Extreme Adipositas auf dem Weg zur Volkskrankheit?

Jugendliche mit Herz-Kreislauferkrankungen, Fettleber und Diabetes

Das Ausmaß der Fettleibigkeit nimmt immer bedrohlichere Formen an. Nach einer aktuellen Studie aus den USA gelten 7,3 Prozent der Jungen im Alter von zwei bis 19 Jahren als extrem adipös und 5,5 Prozent der Mädchen. Das Kaiser Permanente Southern California's Department of Research and Evaluation in Pasadena hat die Studienergebnisse im "Journal of Pediatrics" veröffentlicht.

Die Daten von 710.949 Kindern und Jugendlichen haben die Wissenschaftler ausgewertet. Mit Körpergewicht und -größe konnte der Bodymass-Index (BMI) bestimmt werden. Ist dieser höher als 30 wird von Adipositas gesprochen. Ab einem BMI von 35 lautet die Diagnose "extrem adipös". Der neu eingeführte Wert erlaubt die genauere Kategorisierung.

Bei dieser Patientengruppe ist das Risiko, bereits in jungen Jahren an Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder einer Fettleber zu erkranken, deutlich erhöht. Die Lebenserwartung der Betroffen verringert sich um etwa zehn bis 20 Jahre, sagen die Studienautoren. Zwanzigjährige Fettleibige könnten unter Beschwerden leiden, die sonst 40- bis 60-Jährige ereilen.

Hierzulande arbeiten Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts in Berlin gerade an einer neuen Studie "zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" (KIGGS). Die erste KIGGS-Studie aus dem Jahre 2006 hatte 6,3 Prozent der drei- bis 17-Jährigen als adipös eingestuft. Die Kategorie "extrem adipös" gab es damals noch nicht.

Quelle: Peter Appuhn Physio.de