Der Krise zum Trotz - der Krankenstand steigt. Bis zum Oktober lag er bei vier Prozent. 2008 fehlten die
Arbeitnehmer durchschnittlich an 13,4 Tagen, solange wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der Bundesverband der
Betriebskrankenlassen (BKK) hat jetzt aktuelle Zahlen veröffentlicht. Hauptgrund für das krankheitsbedingte
Fernbleiben vom Arbeitsplatz sind noch immer Muskel- und Skeletterkrankungen. Die höchsten Steigerungsraten
jedoch sind bei psychischen Störungen zu beobachten.
Schmerzende Wirbelsäulen und Gelenke waren bei mehr als einem Viertel der Krankentage der Grund für eine
Krankmeldung. Atemwegserkrankungen folgen an zweiter Stelle mit 16 Prozent. Weniger "besonders gefährdende
gewerbliche Tätigkeiten" lassen Verletzungen zurückgehen. 14 Prozent beträgt ihr Anteil. Psychische Erkrankungen
sind mit zehn Prozent am Krankheitsgeschehen beteiligt. Allerdings waren seelische Irritationen in Betrieben noch
vor 30 Jahren nahezu unbekannt.
36 Prozent aller Krankschreibungen betrafen Fehlzeiten die nicht länger als drei Tage dauerten, und dies obwohl
die meisten Arbeitnehmer dafür keine Bescheinigung brauchen. Kurzkrankheiten betrafen nur sechs Prozent aller Fälle.
Mit einem Mythos räumt der BKK-Bericht auf. Den „blauen Montag“ gibt es nicht. Die Tagesverteilung des Beginns von
Krankschreibungen zeigt, dass gerade bei Kurzzeiterkrankungen der Montag nicht präferiert wird.
Peter Appuhn
physio.de