Siech oder knackig?

Reiche Kassen. Arme Kassen. Verschwiegene Kassen.

Eitel Sonnenschein strahlt bei manch einer Großkasse. Ordentliche Gewinne sprudelten 2010. Andere Krankenkassen müssen bangen, ob sie am Ende des Jahres noch am Leben sind. Pleitegeier lauern. Dunkelheit und Nebel sehen Politiker durch die Kassenlandschaft wabern. Offene Finanzen - Fehlanzeige

60 Millionen Euro erwirtschaftete die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK) im vergangenen Jahr. Die Ersatzkasse ist nicht zu bremsen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres kletterte der Überschuss schon auf zusätzliche 180 Millionen Euro. Die Innungskrankenkasse (IKK) gesund plus schloss 2010 mit einem Plus von immerhin sechs Millionen, von Januar bis März 2011 waren es 18 Millionen Euro. Zur Lieblingskasse der Deutschen scheint sich die Technikerkrankenkasse (TK) entwickelt zu haben. Jahr für Jahr strömen zehntausende neue Mitglieder in das Hamburger Krankenversicherungsunternehmen. 2010 gewann die TK 288.000 neue Mitglieder.

Am Ende der Fahnenstange drehen Pleitegeier ihre Runden. Nach dem City-BKK-Debakel droht weiteren 22 Krankenkassen der Untergang, wie die "Wirtschaftswoche" vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erfahren haben will. Das oberste Kassengremium sehe "vermehrte Anhaltspunkte für eine potentielle Gefährdung," wolle die Namen der maroden Kassen aber nicht nennen. Jedenfalls sollen 28 Millionen Versicherte betroffen sein, 40 Prozent aller GKV-Versicherten.

Politiker beklagen die Intransparenz auf dem Kassenmarkt. Licht in das Dunkel der Finanzen will die regierende CDU bringen. "Wir wollen, dass die Bilanzen gesetzlich vorgeschrieben offengelegt werden müssen", verkündete Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag. Unterstützung bekommt der Abgeordnete sogar von Seiten der Krankenkassen. Hans Unterhuber, Chef der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) mahnte gleichfalls die Veröffentlichung der Bilanzen an.

Quelle: Peter Appuhn physio.de